Tarifvertrag für den öffentlichen dienst 2019 bereich vka

Ein wichtiges Thema, das in der Tabelle nicht erwähnt wird, ist die Frage des Geschlechts. Die Befragten aus Polen, Italien, Litauen, der Tschechischen Republik und der Slowakei verwiesen auf Maßnahmen, die seit 2008 zur Harmonisierung des Renteneintrittsalters zwischen Männern und Frauen ergriffen wurden. Diese Maßnahmen spiegeln auch andere Faktoren als die Sparpolitik wider. In einigen Fällen, z. B. In Italien, sind sie eine Antwort auf die EU-Richtlinien zur Gleichstellung der Geschlechter. Daher sind diese Maßnahmen oft nicht spezifisch für die zentrale öffentliche Verwaltung und spiegeln gesellschaftliche Veränderungen wider, selbst wenn die Regierungen die Rentenreform nicht als Reaktion auf die Sparmaßnahmen innerhalb der zentralen öffentlichen Verwaltung verfolgt haben. So hat Polen beispielsweise keine Rentenreform als Reaktion auf die Sparpolitik eingeführt, aber dennoch versucht, das Rentenalter für Männer und Frauen zu harmonisieren. In Italien sehen die Gewerkschaften die Auswirkungen der Sparmaßnahmen auf die Arbeitsbeziehungen in der zentralen öffentlichen Verwaltung und im weiteren Sinne im öffentlichen Sektor im allgemeinen negativ. Die nationale Arbeitgeberorganisation ARAN muss neutral bleiben.

Die Arbeitgeber nichtzentraler staatlicher Verwaltungen, wie regionale und territoriale Behörden und öffentliche Universitäten, haben jedoch oft negative Ansichten geäußert, nicht so sehr gegen die Sparmaßnahmen als solche, sondern in Bezug auf die Art einiger Maßnahmen und ihre Kostenauswirkungen. Nach drei Jahren Vertragsverlängerungsstopp in diesem Sektor und damit verbundenem Lohnstopp für alle öffentlichen Angestellten (die voraussichtlich bis 2014 verlängert werden), ist das wichtigste Thema für die Gewerkschaften in der zentralen öffentlichen Verwaltung wie im gesamten öffentlichen Sektor die Wiederherstellung des « normalen » sozialen Dialogs und der Tarifverhandlungen, hoffentlich mit der Eröffnung der Tarifrunde für 2013–2015. « Durch die Einigung auf ein umfassendes Paket in mehreren komplexen Bereichen haben Gewerkschaften und Arbeitgeber gezeigt, dass sie ihrer gesellschaftspolitischen Verantwortung gerecht geworden sind. Das Ergebnis stärkt die Attraktivität des öffentlichen Dienstes », heißt es in einer Mitteilung der GEW-Präsidentin und Vorstandsmitglied marlis Tepe vom 3. März. Die Dezentralisierung der Verhandlungen fand im Vereinigten Königreich, in Schweden, Irland und Rumänien statt. In Schweden werden die Lohnvereinbarungen nun vor Ort durch einen individuellen Dialog zwischen dem Arbeitgeber und jedem Arbeitnehmer festgelegt. Sowohl Rumänien als auch Irland haben ihre zentralen öffentlichen Verwaltungen aus einem umfassenden nationalen Verhandlungsrahmen herausgebracht und sektorale Verhandlungen eingeleitet. Finnland und Italien haben sich dagegen auf eine stärker zentralisierte Verhandlungsaufnahme zubewegt, wobei die zentralen öffentlichen Verwaltungen in Finnland in ein gesamtwirtschaftliches Abkommen einbezogen wurden und die Zahl der Verhandlungseinheiten zurückgegangen ist.

Im letztgenannten Land ist jedoch zu beachten, dass die Angleichung der Systeme der Arbeitsbeziehungen im öffentlichen und privaten Sektor noch nicht umgesetzt ist.

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